
Im Rahmen des Citizen Science Projektes „Laubfrosch gesucht“ hat der Naturschutzbund NÖ in den Jahren 2023 und 2024 zur Meldung von Laubfroschbeobachtungen im gesamten Tullnerfeld über die Plattformen www.naturbeobachtung.at oder www.inaturalist.org sowie per Mail aufgerufen.
Einerseits um mehr über das Vorkommen der gefährdeten Art im Tullnerfeld zu erfahren und andererseits um die Bevölkerung im Tullnerfeld auf die Art und ihre Anforderungen an den Lebensraum aufmerksam zu machen. Denn geeignete Lebensräume für den Laubfrosch sind im Tullnerfeld schon sehr selten geworden. Passende Laichgewässer fehlen oder sind qualitativ nicht geeignet, ebenso mangelt es an den notwendigen Sommerlebensräumen (Wiesen und Weiden, Hecken und Baumgruppen).
Mehr Informationen zum Laubfrosch finden Sie in unserer Artenbeschreibung oder in unserem Kurzfilm über den Laubfrosch:
Neben dem Laubfrosch, einer gefährdeten Art, benötigen noch zahlreiche andere Arten Gewässer. Es ist dem Netzwerk Natur Tullnerfeld ein großes Anliegen, etwas für die Erhaltung, die naturschutzkonforme Pflege und auch die Neuanlage von Feuchtbiotopen im Tullnerfeld zu tun.
Eingegangene Meldungen
Im Beobachtungszeitraum vom Frühling 2023 und 2024 sind insgesamt 44 Laubfroschmeldungen eingegangen. Davon waren 34 Meldungen mit Foto- oder Rufbeleg. Im nördlichen Tullnerfeld wurden im Projektgebiet keine Laubfroschbeobachtungen gemeldet. Im südlichen Tullnerfeld konzentrieren sich die Meldungen an den Ausgleichsflächen der Westbahnstrecke sowie in Gärten in den Ortschaften Atzelsdorf, Pixendorf und Baumgarten, die alle räumliche Nähe zu den Ausgleichsflächen aufweisen. Zu beachten ist bei der Betrachtung der Ergebnisse, dass diese Beobachtungen der mitwirkenden Bevölkerung wiedergeben. Sie sind abhängig von der Anzahl der sich beteiligenden Personen und deren Aktionsradius. Es handelt sich dabei um kein wissenschaftliches Monitoring.

Empfohlene Maßnahmen
Laubfrösche nutzen fischfreie, besonnte und vegetationsfreie Kleingewässer (beispielsweise flache, saubere Tümpel oder Teiche) als Fortpflanzungsgewässer. Wichtig ist auch das Vorhandensein strukturreicher Hochstaudenfluren und Gehölze in der Nähe, welche als Landlebensraum außerhalb der Fortpflanzungszeit genutzt werden. Diese Voraussetzungen scheinen in den immer wieder trockenfallenden (und somit fischfreien) Becken der Ausgleichsflächen und ihren umliegenden Vegetationsstrukturen gut erfüllt zu sein. Wanderungen zwischen den Ausgleichsflächen und naturnahen Gärten nahe der Ausgleichsflächen scheinen möglich zu sein.
Um dem Habitatverlust der Art weiter entgegenzuwirken und den heimischen Amphibienbestand zu unterstützen empfiehlt sich das Anlegen weiterer fischfreier und besonnter Feuchtbiotope mit passenden Vegetationsstrukturen im Tullnerfeld sowie der Erhalt bestehender.
Die Karte sowie ein Factsheet zum Citizen Science Projekt „Laubfrosch gesucht“ stehen als pdf zum Download bereit: