Arten

Die Gartenprimel

©Helmut Grabherr
 
 

Wenn der Garten über auf den Gehsteig schwappt blühen Primeln am Gehsteig wie hier in Zeiselmauer. Sie gehören zur Familie der Primelgewächse und sind z.B. mit der genauso hübschen Schlüsselblume verwandt.
Die zarten Wurzeln lassen sich nicht von Asphalt und Beton aufhalten und die Pflanze erobert sogar solch lebensfeindliche Standorte.
Die Gartenprimel zählt zu den beliebtesten Kulturpflanzen und findet sich deshalb auch oft außerhalb von Gärten wieder, da ihre Samen nicht an der Grundstücksgrenze halt machen.

Die wilde Möhre

@ Gertraud Grabherr

Die wilde Möhre (Daucus carota) ist eine zweijährige Staude auf Wiesen, Ödflächen, Wegrändern, Steinbrüchen oder Bahnhofsarealen. Sie bevorzugt trockene, meist kalkreiche, steinige Böden. Die Vorfahrin der Gartenmöhre gehört zu den Doldengewächsen und bildet zwischen Juni und September große weiße Blütendolden aus und kann bis zu einem Meter hoch werden. 

Die wilde Möhre ist bei vielen Bestäubern sehr beliebt, aber vor allem Fliegen können ihr nicht widerstehen. Fliegen haben die Angewohnheit, am liebsten dort zu landen, wo bereits andere Fliegen sitzen. Um genau das vorzutäuschen, bildet sich in der Mitte dieser Dolden eine sogenannte „Mohrenblüte“. Das ist eine einzelne, lila bis schwarz gefärbte Blüte, die den Eindruck erweckt, dass die Doldenblüte bereits gut besucht ist.

 

Der Feld-Mannstreu

@Helmut Grabherr

Der dornige Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) ist keine Distel, sondern näher mit Petersilie verwandt.

Besonders spannend ist seine Samenverbreitung. Als sogenannter „Steppenroller“ bricht die ausgetrocknete Pflanze im Spätsommer an der Basis ab und wird vom Wind über die Landschaft „gerollt“. Dabei werden die Samen verstreut.

Den wärmeliebenden Feldmannstreu finden wir häufig an Feldwegrändern, die nicht übertrieben gemäht werden, wie hier bei Königstetten.

Der Venus-Frauenspiegel

@Gertraud Grabherr

Wiedersehen macht Freude: 2005 beim Tag der Artenvielfalt in Königstetten gefunden, danach noch 3 Jahre vereinzelte Exemplare nachgewiesen und schließlich verschollen. 

Jetzt, 15 Jahre später, plötzlich prächtig in einem Blühstreifen: Venus-Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris), ein reizendes kleines Ackerbeikraut aus der Glockenblumenverwandtschaft. Offenbar haben die Samen im Boden überdauert und sind, nachdem der Blühstreifen vor Herbiziden verschont geblieben ist, nun wieder „erwacht“. 

Ein im wahrsten Wortsinn schönes Beispiel, wie leicht man Natur fördern kann. Man muss sie nur zulassen.

Die Zaunrübe

@Gertraud Grabherr

Die Zaunrübe (Bryonia dioica) und die Zaunrüben-Sandbiene (Andrena florea) haben eine bemerkenswerte Beziehung.

 Zaunrüben sind zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die kleine Wildbiene versorgt ihre Larve ausschließlich mit Pollen der männlichen Zaunrübenblüten, eine einzige Pflanze kann eine ganze Generation Zaunrüben-Sandbienen verköstigen. Den Nektar für ihre eigene Nahrung sammeln sie aus männlichen und weiblichen Blüten. 

Wenn die Zaunrübe, die mit ihren Kletterranken nicht nur in Hecken und Auen, sondern eben auch an Zäunen oder in Gärten wächst, als „Unkraut“ gedankenlos gejätet wird, bringt das also auch „ihre“ Biene um ihre Zukunft.

Die Donau-Kahnschnecke

© Naturhistorisches Museum Wien, Foto: I. Gallmetzer

Die Donau-Kahnschnecke (Theodoxus danubialis) lebt in sauberen, sauerstoffreichen Fließgewässern mit steinigem Untergrund und ernährt sich dort vom Algenaufwuchs. Sie weidet überwiegend Kieselalgen ab und braucht für ihr Überleben strömungsreiche Stellen.

Die Gehäuse sind ohrförmig und dickwandig und werden 9-14 mm lang, 7-9 mm breit und 4,5-7 mm hoch, sind also sehr flach gewunden. Typischerweise bilden sie ein zickzackförmiges Muster dunkler Querstreifen auf hellbraunem oder cremefarbenen Grund aus. Der Körper des Tieres ist hellgrau und beim Kriechen fast völlig vom Gehäuse bedeckt. Der Kopf hat einen breiten eingeschnittenen Schnauzenteil. Die feinen Fühler sind lang und spitz und tragen seitlich an deren Basis die Augen.

Die Donau-Kahnschnecke reagiert sehr empfindlich auf Wasserverschmutzung und Veränderungen des Gewässers, etwa durch Stauhaltung und dadurch bedingte Schlammablagerungen. Auch steigende Wassertemperaturen und zunehmende Niedrigwasserphasen sind weitere Gefährdungsursachen. Zusätzlich scheint die seit 2001 in Österreich nachgewiesene, aus dem Schwarzmeerbereich eingeschleppte Gemeine Kahnschnecke (Theodoxus fluviatilis) durch Besiedelung ähnlicher Lebensräume nahe den letzten Rückzugsgebieten mit der Donau-Kahnschnecke in Konkurrenz zu treten.

Die Donau-Kahnschnecke gilt in Österreich laut Roter Liste als vom Aussterben bedroht! Im österreichischen Donau-Abschnitt, wo sie früher sehr häufig vorgekommen ist, gilt sie als verschollen. In Nebenflüssen der Donau, wie March, Leitha und Perschling gibt es noch einzelne Restpopulationen. An der Alten Perschling weiß man von einigen isolierten Restvorkommen unterhalb des Teilungsbauwerkes Rust.

Weitere Informationen über die Donaukahnschnecke können in im Steckbrief zur Art, der von Anita Eschner & Katharina Mason vom Naturhistorisches Museum Wien erstellt wurde, nachgelesen werden: Steckbrief_Donau-Kahnschnecke_Theodoxus danubialis

Die Zauneidechse

©Helmut Grabherr

Die Zeiten als Reptilien noch so groß wurden, dass sie uns am Obergeschoss des Parkhauses am Bahnhof Tullnerfeld in die Augen schauen hätten können, sind seit mind. 66 Millionen Jahren vorbei. Mittlerweile ist nicht mehr viel Platz in der Landschaft, auch für die kleinen Zauneidechsen. Die Zauneidechse ist zwar die häufigste Eidechsenart in Österreich, jedoch ist sie durch den Verlust ihres Lebensraums gefährdet.

Auf dem Foto ist ein prachtvolles Männchen zu erkennen, welches mit seiner grünen Färbung im Frühling um die Gunst der Weibchen buhlt. 

 
 

Die Gehörnte Mauerbiene

©Helmut Grabherr

Die Gehörnte Mauerbiene zählt zu den jahreszeitlich „frühaufstehenden“ Blütenbesuchern.

Sie gehört zur Familie der Bauchsammlerbienen und fühlt sich an warmen, sonnenexponierten Standorten sehr wohl. Auch in Siedlungsbereichen mit naturnahen Gärten sieht man sie recht häufig, da sie in Hohlräumen, wie z.B. Mauerritzen nistet. Diese Art nimmt sehr gerne im Garten aufgehängte „Insektenhotels“ an, wodurch man die niedlichen Bienen nicht nur unterstützen, sondern auch optimal beobachten kann.

Die auf der Stirn weißbepelzten Männchen suchen bereits ab Anfang März nach Weibchen, gekennzeichnet durch die namensgebenden Hörner. Wie man auf dem Foto sieht, war dieses Männchen durchaus erfolgreich.

 
 

Die Graugans

© Klemens Wessely

Die Graugans (Anser anser) verdankt ihren Namen dem typisch grauen Gefieder. Mit ihrem kräftigen rosa-orangen Schnabel und den rosa Beinen ist sie in ihrem Lebensraum Feuchtgebiete, wie Teiche, Flüsse oder Küsten, aber auch Wiesen, Weiden und Stoppelfeldern gut zu erkennen.

Die Gänse sind tag- und nachtaktiv. Fliegend in Trupps zeigen sie die typische V-Formation. Graugänse ziehen nicht nur gemeinsam, sondern leben übers ganze Jahr hindurch in großen Schwärmen zusammen und bilden zur Brutzeit Paare. Bei der Partnerfindung kann es auch zu gleichgeschlechtlichen Paarbindungen kommen. Grauganspaare binden sich meist für lange Zeit oder sogar lebenslang. Dabei geht man von einer Beziehungsdauer von 3 bis 15 Jahren aus, wobei mit einem Höchstalter von 20 Jahren zu rechnen ist. Diese Paarbindung ist überlebenswichtig, da sie das Immunsystem stärkt und den Stress reduziert.

Die Tiere sind nicht nur gesellig, sondern auch kommunikativ. Die Körpersprache verrät einiges über die Stimmung der Gans und sogar auch über ihr Geschlecht. Während die Weibchen zurückhaltender sind, zeigen die Ganter eine erhöhte Wachsamkeit und Kontrolle der Umgebung.

Der Gänseschwarm ist ein Matriarchat. Meist bleiben Schwestern, Mütter und Töchter zusammen, während sich Männchen nach der Geschlechtsreife von ihrer Familie trennen und dem Klan ihrer Partnerin anschließen.

 

Die Rohrammer

Die Rohrammer (Schoeniclus schoeniclus) ist ein häufiger Bewohner von Schilf und Röhricht an Gewässern und in Feuchtgebieten. Sie singt vor allem in der Balzzeit gerne erhöht, um sich besser Gehör zu verschaffen. Die Geschlechter unterscheiden sich im Prachtkleid sehr stark voneinander. Die Männchen sind durch ihren schwarzen Kopf und weißen Bartstreif gut erkennbar. Die Weibchen und Jungvögel haben ein überwiegend warmbraunes Gefieder mit einer stark ausgeprägten Streifung und hellem Kopf.
Rohrammern sind Zugvögel, dennoch sind sie teilweise bis Dezember noch in Österreich zu finden, bevor sie sich auf den Weg in ihr Winterquartier im Süden Europas machen.
Hauptsächlich besteht ihre Nahrung aus Gräsersamen, aber während der Brutzeit stehen auch Insekten, Spinnen oder kleine Schnecken auf dem Speiseplan.

 

© Klemens Wessely