Schimmernde Frühlingsboten

Goldregenpfeifer ©K. Wessely
Kiebitz ©K. Wessely

Schon ab Anfang Februar ist der Kiebitz- und Goldregenpfeiferzug voll im Gange!
So auch im Tullnerfeld, wo um diese Jahreszeit immer wieder große Kiebitztrupps von mehreren hundert Exemplaren gesehen
werden können und mit etwas Glück kann man auch die viel selteneren Goldregenpfeifer auf ihrem Weg nach Norden beobachten.


Im Gegensatz zu den Goldregenpfeifern, die hier ausschließlich als Zuggäste auftreten, ist so mancher Kiebitz nicht auf dem Durchzug, sondern kommt im Tullnerfeld an, denn die Art ist ein seltener Brutvogel der Region.


Kiebitze brüten am Boden und zwar hauptsächlich in offenen Landschaften, wie Wiesen und Weiden. Lebensräume, die einst im Tullnerfeld das prägende Landschaftsbild waren.


Kiebitzküken ©K. Wessely

Der Verlust dieser Habitate durch die Industrialisierung und Intensiverung der Landwirtschaft führte dazu, dass heutzutage nur mehr einige wenige Kiebitzbrutpaare auf Restflächen  im Tullnerfeld zu finden sind.


Teilweise mussten und müssen die verbliebenen Vögel für ihre Jungenaufzucht sogar auf Felder und Äcker ausweichen, wo es jedoch durch die regelmäßige Bewirtschaftung meist zu Totalausfällen der Brut kommt.
Zur Zeit der Jungenaufzucht im Frühjahr nutzt diese Art das reiche Nahrungsangebot an Sutten und Vernässungsflächen – Biotoptypen, die durch Trockenlegung weitgehend verschwunden sind.


Um die letzten Kiebitzpaare des Tullnerfeldes zu bewahren ist es daher von dringlicher Notwendigkeit, geeignete Flächen zu erhalten, kiebitzgerecht zu bewirtschaften und zu fördern.